Am Montag, 28.11.2022 konnten unsere Achtklässler eine besondere Stunde genießen. Drei Profimusiker gaben sich in unserer HOS die Ehre und entführten uns in die musikalische Welt des 17. bis 22. Jahrhunderts:

 

ü Herr Martin Fösel als Tenor
ü Frau Rebekka Wagner an der Violine
ü Frau Meggi Ukleba am Klavier

 

 

 

Unseren Schülern konnte mit Herrn Fösel, der die Stücke unterhaltsam und schülernah ankündigte, erklärte und präsentierte, ein prima Einblick gewährt werden in klassische Welt der Musik, beginnend von Georg Friedrich Händel und Francesco Durante (Barock). In der Folge entführten uns die Musiker nach Frankreich, indem uns Jules Massenet mit einer Meditation aus der Oper Thais zum Träumen einlud. Weiter ging es nach Polen zu Chopin mit einem träumerischen, aber auch flotten Walzer. Die wundervolle Stadt Prag war mit Julius Fucik und dem „Einzug der Gladiatoren“ ebenso vertreten wie das musikalische Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart mit dem Stück „Die Alte“. Dass Mozart durchaus deinen derben Humor besitzt, bewies Herr Fösel, indem er von einem Briefwechsel Mozarts mit seiner Cousine erzählte, der einigen von uns den Atem stocken ließ.

Frau Meggi Ukleba am Klavier
Frau Meggi Ukleba am Klavier

Am Lied „Lachen und Weinen“ von Franz Schubert erläuterte Herr Fösel eindrucksvoll Dur und Moll. Zudem betonte er, dass Schubert wohl ein Musikbesessener gewesen sein musste, denn andernfalls lässt sich seine Schaffenskraft von 600 Liedern bis zum 30. Geburtstag nicht erklären.

 

Die musikalische Reise ging weiter in die USA zu Scott Joplin, der mit seinem bekannten Stück „The Entertainer“ die Schüler zu begeistern wusste. Auch Italien begeisterte unsere Schüler: Luigi Denza mit seinem „Funiculi Funicula“, bei dem alle drei Profimusiker nochmals alles gaben, war ein tolles, letztes Stück. Als Zugabe spielten die Musiker ein aktuelles und bekanntes Stück: Aus dem Musical „Frozen“ das Lied „Let it go“ begeisterte alle und bewies, dass Klassik auch modern sein kann. 

Frau Rebekka Wagner an der Violine
Frau Rebekka Wagner an der Violine

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Musikern und der gemeinnützigen „Internationale Stiftung“ zur Förderung von Kultur und Zivilisation“, die sich zum Ziel gesetzt hat, Schüler und Erwachsene zum Musizieren anzuregen und Kunst, Kultur und Musik zu fördern.

Herr Martin Fösel als Tenor
Herr Martin Fösel als Tenor






250 Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Jahrgangsstufen der Mittelschulen im Landkreis Lichtenfels werden bei der Theateraufführung „Der Vorname“ zum Nachdenken angeregt.

 

Arthur wäre namenstechnisch fast ein Adolf geworden. Das jedenfalls berichtet der Schüler in der Pause des Theaterstücks „Der Vorname“, das am Dienstagvormittag in der Stadthalle Lichtenfels exklusiv für die neunten und zehnten Jahrgangsstufen der Mittelschulen im Landkreis Lichtenfels aufgeführt wurde. Dass sein Vorname eher mit einer Legende als mit dem dritten Reich in Verbindung gebracht wird, freut Arthur natürlich. Aber, und da sind sich seine Kumpels Julian und Noah ebenfalls einig: Adolf sei „halt auch nur ein Name“ und die hitzige Diskussion wie sie auf der Bühne bislang gezeigt wurde, komme „schon ein wenig übertrieben rüber“.

 

Ähnliche Meinungen waren von Seiten vieler Schülerinnen und Schüler zu vernehmen, die gemeinsam mit ihren Lehrkräften in die Stadthalle gekommen waren, um sich die Aufführung des Maßbacher Theaters anzusehen. Rund 250 junge Menschen und fast zwei Stunden Ruhe im Publikum – das konnte nur bedeuten, dass die Gesellschaftskomödie durchaus Anklang fand. Besonders erfreut darüber zeigte sich der Schulleiter der Herzog-Otto-Mittelschule Lichtenfels, Bernd Schick, der den schulübergreifenden Theaterausflug initiiert hatte: „Ich freue mich, dass das Ganze heute so gut funktioniert und die Schülerinnen und Schüler das Stück tatsächlich aufmerksam verfolgen.“

 

Maßnahme im Themenbereich „Erziehung und Werte“

Die Idee für den Ausflug entstand schon im letzten Jahr, als Bernd Schick gemeinsam mit dem Schulpsychologen Steffen Biskupski überlegte, wie sich der Themenschwerpunkt ‚Erziehung, Werte und Schulleben‘ für das Schuljahr 2022/23 gestalten ließe. „Wir haben unter anderem eine Umfrage zum Thema Mobbing und Beleidigung durchgeführt und hierbei direkte Vorschläge bekommen, das Thema doch auch mal im Rahmen eines Films oder Kinobesuchs zu behandeln“, berichtet Bernd Schick. „Als ich dann von der Theateraufführung erfahren habe, dachte ich mir, dass das gut passen würde.“

 

Gedacht, getan: Nach einer Anfrage beim Kulturring Lichtenfels setzt dessen Geschäftsführer Stephan Franke alle Hebel in Bewegung, um eine Schulaufführung an einem Vormittag möglich zu machen. Bernd Schick wiederum holt weitere Mittelschulen aus dem Landkreis ins Boot, die sich dem Vorhaben gerne anschließen. Nun galt es noch zu entscheiden, welche Altersgruppen man am besten mitnehme. „Uns war es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler das Stück nicht unreflektiert ansehen. Da der Nationalsozialismus erst am Ende der achten Klasse behandelt wird, haben wir uns dafür entschieden, den Ausflug für die neunten und zehnten Klassen zu organisieren“, so Bernd Schick.

 

Impulse für Nachbereitung im Unterricht

Die Auseinandersetzung mit den im Theaterstück behandelten Themen – seien es Klischees, Vorurteile, Respekt, Homosexualität oder auch der Nationalsozialismus – soll aber nicht mit Verlassen der Stadthalle enden. Wie Bernd Schick betont, erhalten die Lehrkräfte im Nachgang ein Angebot für eine entsprechende Nachbereitung: „Wir geben hier Impulse für die Nachbesprechung an die Hand, überlassen es aber natürlich jeder Lehrkraft, in welcher Form das Ganze letztlich weiter im Unterricht aufgegriffen und behandelt wird.“

 

Auch die Frage, was es für Konsequenzen hat, in sensiblen Themenbereichen „nur“ einen Spaß machen zu wollen – wie es einer der Protagonisten im Theaterstück tut – biete laut Bernd Schick Anlass für konstruktive Diskussionen im Klassenverbund. Dem pflichtete auch der Schülersprecher der Herzog-Otto-Schule, Erik Pinter, bei: „Es macht auf jeden Fall Sinn, im Unterricht darüber zu reden, wie man damit umgeht, und dabei natürlich auch die Vorgeschichte zu beachten.“

 

Toleranz und Respekt

Über das Theaterstück hinaus plant die Herzog-Otto-Schule weitere Projekte, die dem Themenbereich „Erziehung, Werte und Schulleben“ im Zuge der strukturierten Schulentwicklung gerecht werden. Im Rahmen eines Schulforums sollen beispielsweise jeweils drei Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und Eltern konkretisieren, was es bedeutet, Respekt zu haben und tolerant zu handeln. Denn wie sich ebenfalls in einer Umfrage unter den Lehrkräften, Mitarbeitern, der Schülerschaft und den Eltern gezeigt hat, steht bei allen vier Personengruppen der Wert „Respekt“ ganz klar an erster Stelle.

 

 

Respekt zollten jedenfalls auch die Schülerinnen und Schüler den Darstellern des Maßbacher Theaters, indem sie die Aufführung aufmerksam verfolgten. Auch die Lehrkräfte, darunter die Deutschlehrerin Silke Schaible von der Mittelschule Altenkunstadt, zeigten sich sehr angetan von der Veranstaltung und waren sich einig, dass es künftig gerne häufiger derartige Formate und schulübergreifende Ausflüge geben dürfe.

Endlich wieder ein Schulausflug, der großen Anklang sowohl bei den Lehrkräften als auch bei den Schülerinnen und Schülern fand. Darüber freuten sich der Schulleiter der Herzog-Otto-Mittelschule Lichtenfels, Bernd Schick (rechts hinten) und Deutschlehrerin Silke Schaible (links daneben) von der Mittelschule Altenkunstadt.

Auch wenn es „nur ein Name ist“, würden Julian, Noah und Arthur (v. l. n. r.) ihr Kind einmal nicht „Adolf“ nennen.

Sichtlich Spaß am Schulausflug hatten auch die Schülerinnen und Schüler der Adam-Riese-Mittelschule Bad Staffelstein.

Rund 250 Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Jahrgangsstufen der Mittelschulen im Landkreis Lichtenfels verfolgten das Theaterstück „Der Vorname“ in der Lichtenfelser Stadthalle. Da es sich dabei um eine Komödie handelte, war aus dem Publikum hin und wieder natürlich auch ein Lachen zu vernehmen.

Verfasserin: Marion Nikol